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Interview mit Dr. Sabrina Zeplin: Big Data im Handel

Als Direktorin Business Intelligence bei der Otto Group nutzt Dr. Sabrina Zeplin innovative Technologien und Methoden, um aus verschiedensten verfügbaren Daten Wert für die Kunden zu generieren. Wir haben Sie zu der Rolle von Daten im Handel befragt.

 

Sie haben in dem Blog der Otto Group „unterwegs“ geschrieben, dass es eigentlich „Handel 4.0“ und nicht „Industrie 4.0“ heißen müsste. Was meinen Sie damit?

In dem Artikel habe ich mich vor allem auf das Thema „Big Data“ bezogen. Der Handel ist, was Big Data angeht, schon weiter als die Industrie. Eine Studie der Ottogroup Konzerngesellschaft Blue Yonder hat gezeigt, dass nur 13 Industrieunternehmen Big-Data-Analysen nutzen, während es im Handel bereits 27 Prozent der Betriebe sind.

Und deswegen, soll es „Handel 4.0“ heißen?

Ja. „Industrie 4.0“ ist momentan in aller Munde, aber eigentlich müsste es „Handel 4.0“ heißen, denn im Handel definieren Daten und deren intelligente Nutzung schon jetzt Geschäftsmodelle und entscheiden über deren Erfolg oder Misserfolg. So findet das noch in kaum einer anderen Branche statt.

Warum ist Big Data so wichtig und schon so verbreitet im Handel?

Der Handel ist näher am Kunden als andere Branchen, daher bekommen wir das veränderte Kundenverhalten direkter, schneller und daher auch schon länger zu spüren. Es gibt einen ständigen Druck, Prozesse noch besser zu gestalten und noch innovativer zu denken.

Wie helfen Daten dabei?

Wir werten alle verfügbaren Informationen in Echtzeit aus und vernetzen diese mit sämtlichen Instanzen der Wertschöpfung. Wir entwickeln aus den Daten Vorhersagemodelle, die uns dann helfen, unsere Prozesse zu optimieren. Kunden erwarten heute eine schnelle und reibungslose Lieferung, eine persönliche Ansprache und ein inspirierendes Angebot. All das wollen wir bei der Otto Group bieten. Allein in Deutschand haben wir 25 Millionen Kunden monatlich. Um für jeden Einzelnen ein perfektes Einkaufserlebnis zu schaffen, sind neue Technologien und Big Data unumgänglich.

Wie schafft man es Big Data in die eigenen Prozesse zu intergieren?

Die Otto Gruppe hat bewusst in Business Intelligence Know-How investiert. Wir haben Fachkräfte eingestellt und schauen auch regelmäßig über den Tellerrand – in diesem Bereich vor allem ins Silicon Valley.

Sie sind also Vorreiter?

Ja, ganz klar. Wichtig ist, dass man die Digitalisierung nicht als alleinige Aufgabe für die IT begreift, sondern die Auswirkungen auf das ganze Unternehmen und das eigene Geschäftsmodell prüft. Wir haben verstanden, dass der richtige Umgang mit Daten erfolgsentscheidend sein wird und unsere Unternehmensstrategien entsprechend angepasst. Dieser Schritt steht anderen Unternehmen und Branchen erst noch bevor.

Frau Dr. Zeplin, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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Dr. Sabrina Zeplin

Dr. Sabrina Zeplin ist Direktorin Business Intelligence der Otto Group. Ihr Bereich agiert als Innovationslabor und Inkubator für datengetriebene Anwendungen und Geschäftsmodelle für die Gruppe und ihre 123 Konzerngesellschaften. Dazu gehören zum Beispiel otto.de, bonprix, SportScheck, Limango, myToys und die Hermes Logistik Gruppe.

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